spamnd warum?
> Weil es das Gesetz verbietet, solche Verfügungen des
> Briefkastenbesitzers zu ignorieren und entsprechende Handhabe
> vorsieht. Wenn das keine empfehlung ist, das auch auf eMail zu
> übertragen…
Nein, ist es nicht wirklich. Versteh mich richtig. Auf den ersten
Blick wäre das nicht schlecht, aber es ist für E-Mail nicht
anwendbar. Erstens müßte das für die ganze Welt gelten und nicht nur
für D, denn 98% des Spams kommt aus anderen Ländern. Zweitens kann
man an ein E-Mail-Postfach keinen Aufkleber machen “keine Werbung”.
Drittens funktionieren Robinson-Listen (bei denen sich der Empfänger
austragen kann) nicht, weil die Spammer ja ihre E-Mail-Listen
irgendwie darüber abgleichen müßten. Ergo kann das auch dazu
mißbraucht werden, um E-Mail-Adressen als “gültig” zu identifizieren.
Viertens will ich mich nicht drum kümmern müssen - ich möchte einfach
keinen Spam kriegen - so einfach ist das.
Man muß immer daran denken daß E-Mail Spam und Werbung im Briefkasten
ein großer Unterschied ist. 100000 Werbeblätter kosten einer Firma
die Druckkosten für 100000 Seiten plus die Gebühren zum Austragen.
Wenn es per Post gesendet wird kostet das pro Brief etwa 0,50 EUR.
Das wären insgesamt 50000 EUR plus die Druck- und Designkosten. Da
überlegt sich jede Firma, ob sich das auch lohnt, denn das
ausgegebene Geld will erstmal wieder verdient werden. Das hält
Werbung automatisch in vernünftigen Grenzen. Und Werbeblätter, die
nicht mit der Post geschickt werden, kosten Geld für die Austragung.
Außerdem kann man diese mit dem Aufkleber “keine Werbung” verhindern.
Demgegenüber steht E-Mail: 100000 E-Mails über ein Open-Relay kosten
geschätze einmalige (!) 0,10 EUR für die kurze Online-Verbindung über
einen Call-By-Call-Provider zum Absenden der Mail. Davor etwa 30
Minuten Zeit, um die Mail zu schreiben. Wir haben also Ausgaben von
sagen wir der Einfachheit halber 1 EUR. Demgegenüber stehen die
Einnahmen. Hat der Spammer nur 10 Dumme gefunden, die ein Produkt für
sagen wir 50 EUR kaufen, dann beträgt der Gewinn für den Spammer fast
500 EUR (ich gehe hier realistischerweise davon aus, daß eigentlich
gar kein Produkt existiert, denn warum sollte ein Spammer das
bestellte Produkt liefern? Wenn er schon illegalerweise Spam
verschickt, wird er sich um andere illegale Handlungen, wie z. B.
Betrug, sicher auch nicht scheren. Aber selbst wenn das Produkt
unerwarteterweise existieren sollte - der Gewinn würde bei 50%
Gewinnspanne immer noch etwa 250 EUR betragen). *Das* ist das Problem
bei Spam. Der Erlös für den Spammer beträgt immer nahezu 100%. Denn
der Empfänger zahlt (für Downloadvolumen oder -zeit und Arbeitszeit)
und kann sich nur schwer dagegen wehren.
Ich verwende deswegen diverse Anti-Spam-Listen.
http://relays.osirusoft.com und http://www.spews.org sind da sehr
gut.
Gruß